Heidrun Matthaeus, Präsidentin von BPW Austria:

"BPW Austria hat den Equal Pay Day in Österreich eingeführt, damit dieses Problem endlich angegangen wird. Viele Frauen wissen gar nicht, dass männliche Kollegen in den gleichen Positionen um vieles mehr verdienen."

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Nationalratspräsidentin Barbara Prammer: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist seit knapp einem Jahrhundert eines der wesentliche Ziele der internationalen Frauenbewegung. In vielerlei Hinsicht wurde die Arbeitssituation der Frauen bereits verbessert - die Gleichstellung bei der Entlohnung wurde aber noch nicht erreicht."

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Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek:

Der "Tag der Roten Handtasche" zeigt deutlich auf, dass die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen in Österreich noch immer extrem auseinanderklafft.

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Dr. Gabriela Petrovic, Generaldirektorin Statistik Austria:

 "Frauen leisten schon im Haushalt und bei der Kinderbetreuung den Großteil an unbezahlter Arbeit. Im Berufsleben ist es jeder Frau schon einmal passiert, dass sie weniger Gehalt bekommen hat als männliche Kollegen in vergleichbarer Position ? selbst mir, als top ausgebildete Frau ohne Kinder. "

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Dr. Bettina Gneisz-Al-Ani, Senior Vice President, Corporate Communications & Public Affairs, OMV Aktiengesellschaft:

"Danke an BPW für diese Initiative, die leider unverändert nötig ist: Auch im Jahr 2009 verdienen in Österreich Frauen bei gleicher Leistung deutlich weniger als ihre Kollegen. Das ist ein Armutszeugnis - im doppelten Sinn des Wortes."

 
 

 

 

equal-salary - Schweizer Zertifizierung der Lohngleichheit von Frauen und Männern

Véronique Goy Veenhuys ist Initiantin und treibende Kraft von equal-salary, einer Zertifizierung zur Lohngleichheit. www.equalsalary.ch

Was ist Equal-salary?
Véronique Goy Veenhuys: equal-salary ist eine Zertifizierung. Sie erlaubt einem Unternehmen überprüfen zu lassen, ob die Lohnpolitik geschlechtsneutral ist und so herauszufinden, ob Männer und Frauen gleichgestellt sind. equal-salary ist praktisch, wissenschaftlich und einfach. Die Lohnüberprüfung wird vom Observatoire universitaire de l'emploi der Universität Genf durchgeführt. Diese, von der Uni Genf entwickelte Expertise, wurde in einem Urteil des Bundesgerichts vom Dezember 2003 als tauglich und rechtsverbindlich anerkannt. Das während des Zertifizierungs-Prozesses nötige Audit wird vom weltweit führenden Inspektionsunternehmen SGS durchgeführt.

Wie unterscheidet sich equal-salary von anderen Kontrollsystemen?
Es ist die einzige Zertifizierung die sich allein auf die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann konzentriert. Die Zertifizierung ist weltweit einmalig. Die Schweiz hat hier also eine Pionierrolle! Das Unternehmen erhält ein Zertifikat, ähnlich der ISO-Zertifizierungen, und kann so den Beweis gegen aussen und gegen innen antreten, dass es keine geschlechtsabhängigen Lohnunterschiede gibt. Das motiviert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und führt zu einem Wettbewerbsvorteil beim Rekrutieren von Frauen.

Wer hat sich schon mit equal-salary zertifizieren lassen?
Das CSEM (Centre suisse d'électronique et de mécanique) in Neuenburg war das erste Unternehmen, welches das equal-salary-Label erhalten hat. Zur Zeit sind drei Unternehmen im Prozess der Zertifizierung, darunter die Stadt Fribourg, eine Schweizer Organisation mit weltweiter Bedeutung und eine Luxus-Uhren-Firma. Im April liegen die Ergebnisse vor. Zwei neue Unternehmen - Berufsorganisationen - haben soeben ihre Kandidatur bestätigt.

Welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen erfüllen, um equal-salary zu starten?
Das Unternehmen muss mindestens 50 Beschäftigte haben, darunter mindestens zehn Frauen. Die Firma muss die Lohndaten digital liefern können und eine festgeschriebene Lohnpolitik haben. Während des Audits muss die Direktion beweisen können, dass sie Lohngleichheit umsetzen will und sie muss die Umsetzung dieser Strategie auf Stufe Prozesse und Human Resource belegen.

Welche Unternehmen haben sich schon equal-salary zertifizieren lassen?
Ende 2007 wurde das CSEM in Neuenburg als erstes Unternehmen mit dem Label equal-salary ausgezeichnet. Seither wurden auch das World Economic Forum, die Stadt Freiburg, die CORUM-Uhren, die Services industriels de Genève (SIG) und die Eglise réformée évangélique des Kantons Neuenburg (EREN)- equal-salary zertifiziert. Weitere Verfahren sind im Gang.

Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee equal-salary zu entwickeln?
Jedes Jahr beweisen die Zahlen des Bundesamtes für Statistik, dass die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau immer noch nicht erreicht ist. Gleichzeitig hört man von vielen Unternehmen, dass die Lohngleichheit haben, ohne das aber beweisen zu können. Das brachte mich auf die Idee eines Zertifikats. Wichtig war mir aber, dass die Unternehmen, die sich untersuchen lassen nicht an den Pranger gestellt werden. Diskretion und Verschwiegenheit waren deshalb von Anfang an ein wichtiger Aspekt. Einen gerechten Lohn zu erhalten ist, ob Frau oder Mann, Voraussetzung dafür, dass man sich geschätzt fühlt, dass man weiss, nach seinem Wert bezahlt zu werden. Und es beweist, dass man in einem professionellen Umfeld des Respekts und des vertrauens arbeitet.

Was kann eine Arbeitnehmerin, ein Arbeitnehmer unternehmen, um zu wissen, ob in seinem Unternehmen das Prinzip «gleiche Arbeit, gleicher Lohn» gilt?
Auf individuellem Niveau ist das sehr schwierig. Man kann natürlich mit Kolleginnen und Kollegen Lohnvergleiche machen - aber meist ist das schwierig, da viele ihren Lohn nicht offenlegen wollen. Zum andern: Wie weiss man, ob man genau die gleiche Arbeit oder die gleichen Qualifikationen hat wie sein Kollege? Die einfachste Lösung ist, ganz offen mit seinem/r Vorgesetzten zu sprechen oder mit der verantwortlichen Person in der Personalabteilung. Danach hängt alles von der generellen Kultur des Unternehmens ab. Ausser natürlich, es ist equal-salary zertifiziert - dann weiss man, dass es für Frauen keine Lohndiskriminierung gibt!

Was raten Sie den Frauen?Frauen sind genausogut ausgebildet wie Männer. Sie stehen vor einer fantastischen Herausforderung: Unternehmen brauchen mehr und mehr Frauen! Erstens gibt es wegene der deomgraphie immer weniger Talente und zweitens sind eine wachsende Zahl der Konsumenten Frauen. Nicht nur im Bereich Nahrungsmittel, sondern auch im Bereich Elektronik, Banken, Autos usw. Um zu verstehen, was Frauen wollen, fragt man am besten eine Frau! Unsere Zeit bietet den Frauen also Möglichkeiten, die sie früher nicht hatten. Als Frau gibts da nur eines: Vortreten. Nicht warten, welchen Lohn einem der Chef vorschlägt. Frauen sollen sich vorher sorgfältig über die Löhne in der entsprechenden Branche informieren, mit Freundinnen und vor allem Freunden darüber sprechen und sich bei Stellenvermittlungsbüros über den Marktwert erkundigen. Den Lohnrechner des SGB zu konsultieren ist immer gut. Und: Lernen Sie zu verhandeln! Das Anfangssalär entscheidet darüber, ob man in den zwei, drei kommenden Jahren mehrere 10 000 Franken mehr oder weniger hat. Einmal angestellt, sollten Frauen nicht darauf warten, dass man ihnen eine Lohnerhöhung offeriert, wenn sie gut arbeiten. Wenn eine Frau überzeugt ist, dass sie eine Lohnerhöhung zu Gute hat, muss sie sich gut vorbereiten, Zahlen vorlegen und selber das Gespräch suchen!Last, but not least, Be an equal-salary ambassador! ... werden Sie FAN von EQUAL-SALARY ... und lassen Sie alle davon wissen!